21. Januar 2009
HDE auf der Grünen Woche: Kennzeichnung, Nachhaltigkeit, Bio-Produkte, Kioske
Gegen zusätzliche Belastungen des Einzelhandels durch Kennzeichnungs- und Informationspflichten sprach sich der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) auf der Grünen Woche aus. "Verbraucherschutz, objektive Informationen und Produktsicherheit haben für den Einzelhandel höchste Priorität", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Aus diesem Grund würden Handelsunternehmen über die bereits heute strikten gesetzlichen Vorgaben hinaus kontinuierlich die Kennzeichnungs-, Sicherheits- und Qualitätsstandards für ihre Produkte steigern. Beispiele hierfür seien etwa der freiwillige Ausbau der Nährwertkennzeichnung sowie der einheitliche Lebensmittelstandard IFS oder das QS-Siegel für Fleisch. "Der Einzelhandel befürwortet ausgewogene Verbraucherschutzregelungen, die für den Handel umsetzbar und praktikabel sind und das freiwillige Engagement der Unternehmen angemessen berücksichtigen", sagte Genth. Vor allem müssten sich Regulierungen am Leitbild des mündigen Verbrauchers orientieren.
Bio wächst dank Supermärkten, SB-Verbrauchermärkten und Discountern, die ihre Sortimente mit Bio-Produkten deutlich ausweiten und auch immer mehr auf Bio-Handelsmarken setzen. Das meldete der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) auf der Grünen Woche in Berlin. Der Marktanteil des Lebensmitteleinzelhandels am Bio-Segment beträgt aktuell gut 50 Prozent. Erfolgreich sind auch die neuen Bio-Supermärkte, deren Zahl heute bei über 250 liegt. Diese Unternehmen sind in der Regel in einzelnen Bundesländern oder Regionen schwerpunktmäßig vertreten. Daneben werden Bio-Produkte traditionell über Fachgeschäfte und Reformhäuser vertrieben.
Die Wettbewerbsintensität im Convenience-Markt, zu dem Kioske gehören, hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Das meldete in Berlin der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) auf der Grünen Woche. In Deutschland gibt es etwa 48.000 Kioske mit einem Gesamtjahresumsatz von cirka 8,5 Milliarden Euro. Die Zahl der Kioske ist rückläufig. Vor allem kleine sowie die so genannten Fensterkioske haben es schwer, sich im Wettbewerb zu behaupten. Der klassische Kiosk muss sich angesichts der Convenience-Angebote in Tankstellen und Bahnhöfen, aber auch im klassischen Lebensmitteleinzelhandel einer veränderten Marktsituation stellen. Kioske, die sich vor Ort als moderner Convenience-Shop profilieren und ihre Sortimente ständig an die Marktentwicklung anpassen, können im Wettbewerb bestehen.
Nachhaltige
Produkte sind im Trend, erklärte in Berlin der Hauptverband
des Deutschen Einzelhandels (HDE) auf der Grünen Woche. Der
Einzelhandel stellt sich auf die gestiegene Nachfrage ein und baut
sein Sortiment an Transfair-Waren, Bio-Lebensmitteln oder
regionalen Produkten ebenso aus wie an Produkten mit Siegeln wie
dem Umweltzeichen Blauer Engel, Marine Stewardship Council für
ressourcenschonenden Fischfang oder Ökotex für besonders
auf Schadstoffe geprüfte Textilien. Immer mehr
Handelsunternehmen setzen sich gemeinsam mit Herstellern und
Lieferanten dafür ein, die Liefer- und Produktionsbedingungen
so ökologisch und sozialverträglich wie möglich zu
gestalten. Der Einzelhandel kann aber den Absatz nachhaltiger
Produkte nur bedingt beeinflussen. Die Kunden entscheiden selbst,
was sie in ihre Einkaufswagen legen. Der HDE warnt daher vor
voreiligen Produktverboten und gesetzlicher Bevormundung der
Verbraucher.


