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HDE

Handel braucht Abiturienten

17. Februar 2010

"Das politische Bemühen um Verbesserung der Ausbildungschancen von Benachteiligten ist richtig und wichtig. Aber wichtiger noch ist, dass wir die duale Ausbildung stärken. Sie legt nach wie vor für die meisten Fach- und Führungskräfte den Grundstein für ihre Karriere", sagte heute in Berlin Wilfried Malcher, bildungspolitischer Experte des Handelsverbands Deutschland (HDE). Es dürfe nicht aus den Augen verloren werden, dass der Handel auch in Zukunft darauf angewiesen ist, verstärkt Jugendliche mit einer guten schulischen Vorbildung auszubilden. Nur so ließe sich der Fach- und Führungskräftenachwuchs im Handel sichern. "Die duale Ausbildung muss für leistungsstarke Abiturienten attraktiv bleiben", forderte Malcher. Mit der intelligenten Verknüpfung von Ausbildungsberuf und Aufstiegsfortbildung zu integrierten Qualifizierungswegen, die rasch in die erste Führungsposition im Handel führen, biete der Handel sehr attraktive Alternativen zum Hochschulstudium. "Wir wenden uns gegen eine bildungspolitische Strategie, die darauf hinausläuft, möglichst alle Abiturienten durch die Hochschulen zu bringen, nur um im internationalen Vergleich bei den Akademikerquoten besser dastehen zu können. Dies ginge zu Lasten von Handel und Wirtschaft", so der HDE-Experte.

Der Handel habe auch 2009 wieder einen überzeugenden Beitrag zum Gelingen des Ausbildungspaktes geleistet. So zähle der Verkäuferberuf zu den wenigen, die einen Zuwachs bei den neuen Ausbildungsverträgen verzeichnen konnten. Die beiden großen Berufe des Einzelhandels würden im Ranking aller anerkannten Ausbildungsberufe auf den Plätzen Eins (Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel mit 31.257 neuen Verträgen, minus 4,9 Prozent) und Zwei (Verkäufer/Verkäuferin mit 26.479 neuen Verträgen, plus fünf Prozent) liegen. Demgegenüber sei die Zahl neuer Ausbildungsverträge insgesamt um gut 50.000 oder 8,2 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang sei auf den teils schon sehr eindeutigen Bewerberrückgang, die Wirtschaftskrise sowie vor allem die anhaltenden Probleme von Unternehmen zurückzuführen, angebotene Ausbildungsstellen auch mit geeigneten Bewerbern besetzen zu können.

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