Handel: Unternehemenfinanzierung stabilisieren
23. April 2010Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sieht in seiner Regierungserklärung Deutschland auf Wachstumskurs. Hierzu erklärte heute in Berlin der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth:
Während es nach Einschätzung der Bundesregierung für die deutsche Wirtschaft wieder etwas bergauf geht, wird der Einzelhandel auch 2010 noch die Folgen der Wirtschaftskrise spüren. Seine Perspektiven sind bescheiden. Zwar wird der Einzelhandel sein schwaches Vorjahresniveau voraussichtlich halten können. Aber ein solches Ergebnis ist kein Grund zum Jubeln. Für den Einzelhandel bleibt die Lage angespannt. Dennoch will der Einzelhandel sein Beschäftigungsniveau in diesem Jahr stabil halten. 2009 hatte er trotz Wirtschaftskrise und rückläufiger Umsätze mit rund 40.000 neuen Arbeitsplätzen für ein kleines Jobwunder gesorgt.
Um die Lage des Einzelhandels nicht weiter zu verschlechtern, ist es wichtig, dass die Rahmenbedingungen für die Handelsunternehmen stimmen. Das betrifft besonders die Finanzierung. Wir fordern deshalb die Bundesregierung auf, die kriseninduzierten Programme zur Unternehmensfinanzierung aus dem Deutschlandsfonds nicht schon Ende 2010 auslaufen zu lassen. Sie müssen zumindest um ein weiteres Jahr verlängert werden.
Vor allem für mittelständische Einzelhandelsunternehmen verschärfen sich in der Krise die Konditionen für die Kreditvergabe weiter. Weniger Kredite werden vergeben. Die Finanzierungssituation im Einzelhandel ist äußerst angespannt. Viele Unternehmen rechnen damit, dass sich ihr Zugang zu Krediten weiter verschlechtert, oder dass die Kredite sich erheblich verteuern. Zwar ist die Finanzierungssituation für Handelsunternehmen seit Jahren nicht einfach. Aber die Krise hat die Lage so deutlich verschärft, dass nun auch viele gut aufgestellte Händler in den kommenden Monaten Probleme bei der Kreditbewilligung bekommen könnten.


